demografisches, geschichtliches, kulturelles von mathon  
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wo wir leben [bild von hans pfister, 1985]

mathon
 
mathon 2002 :
58 einwohner und einwohnerinnen [24 von 58 sind unter 20 jahren]
8 bauernbetriebe
4 pendelnde arbeitnehmer
ein steuerfuss von 120%
5'000 logiernächte
mathon damals :
seit 1910 waren immer mehr als 3/4 der erwerbstätigen in der landwirtschaft tätig
abnahme der wohnbevölkerung zwischen 1850 und 1950 um 41%
höchste einwohnerzahl 1869: 112
niedrigste einwohnerzahl 1988: 41

mathon wird urkundlich 1219 erstmals in einem vertrag zwischen chiavenna und dem schams erwähnt. ab 1538 bildeten die gemeinden lohn, mathon und wergenstein eine reformierte pfarrei am berg. lohn löste sich 1887 davon los. mathons älteste kirche wird um 831 erstmals erwähnt. die heute sichtbare kirchenruine st. antonius stammt wahrscheinlich aus dem beginn des 13. jahrhunderts. sie wurde auf einer meisterhaften zeichnung des holländischen malers jan hackaert um 1655 dargestellt. um 1528 erfolgte die erhöhung des glockenturmes, der noch heute samt einem teil des chores und gewölbes zu einem guten teil erhalten ist. die vorgenommenen ausgrabungen förderten unter anderem reste von wandmalereien zu tage. unter den bauernhäusern ist das mit einem eingebauten wohnturm aus dem 12. oder 13. jahrundert erwähnenswert: es wird la clostra genannt. der mittelalterliche teil stellt vermutlich den turm oberstein dar.

erst 1728 wurde die heute in gebrauch stehende kirche errichtet. Sie stellt somit das jüngste gotteshaus des val schons dar. bemerkenswert ist die eine der beiden kirchenglocken aus der ersten hälfte des 16. jahrhunderts, welche durch klang, guss und künstlerische ausstattung hervorsticht. sie trug dem dorf das prädikat la vischnanca digls buns zenns ein [das dorf der schönen glocken]. die orgel, aus der kirche von surava stammend, wurde 1822 in mathon eingebaut und bis 1839 verwendet. dann verstummte sie für 80 jahre. ihre besonderheit liegt in der bemalung von gehäuse und empore mit blumenmotiven und kräusellinien. mathon ist die heimat des liederkomponisten tumasch dolf [1889 bis 1963], der als lehrer in donath, zillis, tamins und mathon wirkte.